Alpacas Peru.jpg

Geschichtliches:
Vor etwa 45 Millionen Jahren löste sich in Nordamerika ein hasengrosses
Tier aus der Gruppe der Säugetierordnung der Paarhufer: der Urahn der Kamele sowie der Lamas.
Vor drei Millionen Jahren wanderte eine Gruppe dieser kamelartigen Tiere
über die damalige Landbrücke zwischen Alaska und Sibirien nach Asien aus:
Daraus gingen die Altweltkameliden hervor. Etwas später zog eine andere
Gruppe gegen Südamerika aus. Daraus gingen die heutigen Neutweltkameliden hervor.

NeueWelt:
Neuweltkameliden gelten als intelligente und überaus neugierige Wesen. Lamas wurden vor ca. 6000 Jahren von den Indios in Südamerika (Peru, Bolivien, Argentinien und Chile) aus den Guanacos gezüchtet. Das Alpaca stammt von neusten Untersuchungen höchstwahrscheindlich vom Vicunja ab. Anders als Altweltkameliden brauchen Lamas und Alpacas täglich frisches Wasser.

Vicuñas:
Die Wolle der zierlichen Wildform ist wegen seiner hohen Qualität sehr begehrt. Dank der Errichtung von Reservaten hat sich ihr Bestand von unter 10'000 in den 60-er Jahren wieder auf 200'000 erholt. Sie kommen in Peru, Bolivien, Chile und Ecuador vor. Die meisten Vicunjas werden alle 2Jahre eingefangen, geschoren und wieder freigelassen, pro Tier ergibt es nur etwa 200Gramm pro Schur.
Aus Vicunjafaser werden die teuersten Produkte in der Textilindustrie gefertigt.

Guanacos:
Das Guanaco ist eine Wildform der Lamas und ist das am weitesten verbreitete Lama in Südamerika. Der Bestand von ca. einer halben Million lebt in Reservaten und Haziendas. In Argentinien, Chile, Bolivien und Peru.

Alpakas: (Lama pacos)
Dank seinem fülligen Haarkleid mit starker Behaarung des Kopfes und der Beine wird es als Wolllieferant genutzt. Es wiegt 60-80kg und ist kleiner als das Lama. Unter einem Meter Stockmass.Das Alpaca stammt höchstwahrscheindlich vom Vijunca ab. Man unterscheidet zwei Typen: Suri und Huacaya. Die Wollfaser der Suri ist im Gegensatz zum Huacaya mit einem Drall versehen (Rasta-artig), der Bestand der Suri Alpacas ist nur etwa 3 - 5 % der Gesamtpopulation der Alpacas. 90% des Alpacaweltbestandes lebt in Südperu in der Nähe des Titicacasees (über 3Mio., etwa 500`000 leben in Bolivien, 20`000 in Chile), je ca. 30`000 in Australien und Nordamerika, 6`000 in England, 2`000 in Deutschland und etwa 2`500 in der Schweiz. Sogar in Israel, Neuseeland und Hawaii werden heute Alpacas gehalten und gezüchtet.

Lamas: (Lama glama)
Das Lama ist ebenfalls eine domestizierte Form der Neuweltkameliden. Es gibt drei Formen. Beim klassischen Lama, dem Cara Sullo, liegt das Wollkleid wie eine Decke über dem Rumpf. Kopf und Beine hingegen sind kurzhaarig.Das Medium-Lama hat mittellange Wolle und ist die zwischenform von Classic und Woolylama. Das Wooly-Lama weist eine langhaarige Wolle auf, welche sich auch auf Kopf und Beine erstreckt. Es wird vorwiegend als Lastenträger und Fleischlieferant gezüchtet und hat ein Stockmass bis zu 1.3m und ein Gewicht von 120-200 kg. Dank seinem Passgang und seiner Trittsicherheit ist es ein ideales Trekking- und Packtier auch auf schmalen Bergpfaden, wie sie in den Alpen vorkommen. Es trägt Lasten bis zu 40kg auf seinem Rücken. Sein gutmütiger und neugieriger Charakter kommt dem Führer beim Handling und Trekking sehr entgegen.Der Bestand der Lamas ist etwas kleiner in Ihren Ursprungsländern, als der der Alpacas, aber in Nordamerika und Europa besteht eine weitaus grössere Population als der Alpacas.

Alpacas die in Europa gehalten und gezüchtet werden benötigen eine genügend grosse Weide (10 - 15 Tiere pro Hektar) einen zugfreien Offenstall oder Unterstand (2 m² pro Tier) der mindestens 3 geschlossene Seiten haben sollte und nicht gegen die Wetterseite offen sein soll, jeden Tag frisches Wasser und genügend Heu das immer zur freien Verfügung stehen sollte. Un natürlich genügend Mineralien, die man entweder in Pulverform oder als Block reichen kann.

Da unsere Alpacas ja aus Südamerika stammen und dort auf über 3000Meter über Meer leben, finden Sie dort ein relativ karges Nahrungsangebot vor, dem sollten wir gerecht werden, so das Sie immer genügend Rohfaser aufnehmen, die für die Verdauung und Wiederkautätigkeit besonders wichtig ist. Die grösste Gefahr in unseren Breiten ist Verfettung.

Ein bis zweimal sollte man die Alpacas im Jahr entwurmen und einmal impfen.

Das Alpaca ist ein Wiederkäuer, das einen 3 teiligen Magen besitzt.

Hengste(so nennt man die die männlichen Tiere) sind mit etwa 2,5 - 3 Jahren ausgewachsen und zuchtfähig, Stuten(so nennt man die weiblichen Tiere) mit etwa 1,5 - 2Jahren. Nicht das Alter der Stute ist massgebend, ob Sie nun schon gedeckt werden darf, sondern sollte die Stute mindestens 2/3 des Endkörpergewichts haben und nicht zu klein sein.

In Peru werden die Stuten oft erst mit 2Jahren das erste Mal gedeckt.

Die Tragzeit der Stute beträgt in der Regel 11 1/2 Monate, Alpacas sind das ganze Jahr aufnahmefähig, der Eisprung wird durch den Deckakt(wie beispielsweise bei Kaninchen) ausgelöst. Die Fohlen sollte man mit etwa 6 - 8 Monaten nach der Geburt von der Mutter entwöhnen, damit die Stute wieder genügend Kraft hat für das nächste Fohlen.

Ein gemeinsames Aufwachsen von mehreren Jungtieren in einer eigenen Herde ist vorteilhaft, vorallem bei Hengsten die später zur Zucht genommen werden.

Bei Hengstfohlen ist Distanz angebracht, sie sollten nicht gestreichelt oder sonstwie unnötig an den Menschen gewöhnt werden, denn es besteht bei "verhätschelten" Hengstfohlen die Gefahr, das wenn Sie geschlechtsreif sind, den Menschen nicht als solchen akzeptieren sondern eher ihn als Rivalen einstufen und das kann zu Verletzungen des Menschen führen.